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auf dem Blog der Praxis Dr. Jürgen Groß (Beratung, Coaching & Mediation) und "Dr. Groß & Scheifler - Steuerberater GbR" (www.mein-steuerberater.eu) in Melsungen (Bezirk Kassel).

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Dr. Hans Jürgen Groß

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Freitag, 1. Juni 2012

Photovoltaikanlagen - was sie steuerlich beachten sollten

Auch private Hausbesitzer werden steuerlich zum Unternehmer, wenn sie eine Photovoltaikanlage errichten und den erzeugten Strom in das öffentliche Netz einspeisen. Mit dem Betrieb einer Photovoltaikanlage ergeben sich einige steuerliche Fragen, die hier kurz angesprochen werden sollen.

Was ist nach der Bestellung der Anlage veranlasst?

Die Aufnahme der unternehmerischen Tätigkeit zeigen Sie bitte Ihrem Finanzamt an. Dazu können Sie diesen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung (Format:FormsForWeb) und die Anlage zum Fragebogen (Format PDF, ausfüllbar) verwenden, den Sie spätestens mit der ersten Umsatzsteuervoranmeldung, in der Sie die Erstattung der Ihnen in Rechnung gestellten Umsatzsteuer geltend machen, beim Finanzamt einreichen sollten.

Um die spätere Bearbeitung Ihrer Umsatzsteuervoranmeldung zu beschleunigen, können Sie den Fragebogen auch bereits nach Bestellung der Photovoltaikanlage beim Finanzamt abgeben (Bestellung bitte beifügen!).


Was muss ich bei der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) beachten?

Option zur Regelbesteuerung

Die Einnahmen (Umsätze) aus der Photovoltaikanlage unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer. Üben Sie daneben keine andere unternehmerische (umsatzsteuerpflichtige) Tätigkeit aus, wird die Umsatzsteuer aber nicht erhoben, wenn der voraussichtliche Umsatz im Jahr der Inbetriebnahme der Anlage 17.500 € nicht übersteigt (sog. Kleinunternehmerregelung nach § 19 Umsatzsteuergesetz). Möchten Sie auch in den folgenden Jahren die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen, so darf der Gesamtumsatz des jeweils vorangehenden Kalenderjahres nicht über 17.500 Euro liegen. Zudem darf der voraussichtliche Gesamtumsatz des laufenden Jahres 50.000 Euro nicht überschreiten.

Der Betreiber einer Photovoltaikanlage wird jedoch regelmäßig auf die Kleinunternehmerregelung verzichten und die sog. Regelbesteuerung wählen, weil ihm dann das Finanzamt die Umsatzsteuer, die ihm der Verkäufer der Photovoltaikanlage in Rechnung gestellt hat, als Vorsteuer wieder erstattet. Zudem erhält der Anlagenbetreiber nur im Fall der Regelbesteuerung vom Energieversorgungsunternehmen zusätzlich zur Einspeisevergütung auch die Umsatzsteuer.

Die Option zur Regelbesteuerung können Sie auf dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung (Format: FormsForWeb) erklären. Beachten Sie bitte, dass Sie durch die Option für mindestens 5 Kalenderjahre an die Regelbesteuerung gebunden sind.


Umsatzsteuer-Voranmeldungen


Im Kalenderjahr der Betriebsaufnahme und im folgenden Kalenderjahr müssen Sie monatlich (bis zum 10. Tag des Folgemonats) eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Ab dem dritten Jahr ist Anmeldezeitraum in der Regel das Kalendervierteljahr. Werden Sie schon bisher zur Umsatzsteuer veranlagt, wird Ihr bestehendes Unternehmen lediglich erweitert.

Die Umsatzsteuer-Voranmeldungen sind regelmäßig auf elektronischem Wege beim Finanzamt einzureichen. Nähere Informationen dazu finden Sie in unserer RubrikElektronische Steuererklärung.

In der Umsatzsteuer-Voranmeldung geben Sie Ihre erzielten Umsätze (= die Nettogutschriften des Energieversorgungsunternehmens) an und errechnen daraus die (zusätzlich erhaltene) Umsatzsteuer. Davon können Sie als Vorsteuer jene Umsatzsteuerbeträge abziehen, die Ihnen im Zusammenhang mit der Anlage in Rechnung gestellt worden sind. Den so errechneten Betrag führen Sie bitte an das Finanzamt ab. Eine Umsatzsteuer-Voranmeldung müssen Sie auch für solche Monate abgeben, in denen keine Umsätze erzielt worden sind (Umsatz: 0 €).

Für den Monat der Inbetriebnahme der Anlage ergibt sich regelmäßig eine Umsatzsteuererstattung. Zum Nachweis übersenden Sie bitte dem Finanzamt eine Kopie der Einkaufsrechnung und des Einspeisevertrags mit dem Energieversorgungsunternehmen.


Umsatzsteuererklärung

Nach Ablauf des Jahres ist eine (zusammenfassende) Umsatzsteuerjahreserklärung abzugeben.
Den Vordruck können Sie in unserer Rubrik Formulare herunterladen.


Was muss ich bei der Einkommensteuer beachten?
Totalgewinnprognose

Ergeben sich aus der Photovoltaikanlage in den Anfangsjahren Verluste, so können diese steuerlich berücksichtigt werden, wenn aus der Anlage, über deren gesamte Nutzungsdauer von 20 Jahren gerechnet, voraussichtlich ein (Total-) Gewinn erwirtschaftet wird. Bei Anlagen, die ab 2004 in Betrieb genommen worden sind, ist diese Voraussetzung regelmäßig erfüllt.


Ermittlung der Einkünfte

Im Regelfall können Sie die Einkünfte (Gewinn/Verlust aus Gewerbebetrieb) durch Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben ermitteln. Die Anschaffungskosten der Anlage (gemindert um evtl. Zuschüsse) sind dabei auf die Nutzungsdauer zu verteilen und als Absetzungen für Abnutzung (AfA) zu berücksichtigen.

Unser Muster einer Gewinnermittlung (Einnahmenüberschussrechnung) für das Jahr 2011 können Sie auch als Ausfüllhilfe für die Anlage EÜR verwenden. (PDF, 1 Seite, 37 KB)

Bei Bruttoeinnahmen ab 17.500 € im Jahr verwenden Sie bitte den amtlichen Vordruck Anlage EÜR, den Sie in unserer Rubrik Formulare / Einkommensteuer/herunterladen können.


Einkommensteuererklärung

Bitte geben Sie die Einkünfte in der Anlage G (Einkünfte aus Gewerbebetrieb) zu Ihrer Einkommensteuererklärung an. Die Vordrucke sendet Ihnen das Finanzamt zu. Sie können sie auch in unserer Rubrik Formulare / Einkommensteuer herunter laden.


Kann ich die Erklärungen auch elektronisch übersenden?


Beginnend mit der Steuererklärung 2011 sind Unternehmer (dazu gehören auch Betreiber einer Photovoltaikanlage) verpflichtet, ihre Jahressteuererklärungen (Einkommensteuererklärung, Umsatzsteuererklärung) auf elektronischem Weg an das Finanzamt zu übermitteln. Die Steuerverwaltung stellt die erforderliche Software kostenlos zur Verfügung.

Nähere Informationen dazu finden Sie in unserer Rubrik Elster und hier.


Weitere Informationen
Ertragsteuerliche Behandlung von Aufwendungen für dachintegrierte Photovoltaikanlagen - Verfügung des Bayerischen Landesamts für Steuern vom 5.8.2010 - Az.: S 2190.1.1-1/3 St32
Informationen zur grunderwerbsteuerrechtlichen Behandlung von Kaufpreisanteilen für Photovoltaik- und Solaranlagen beim Kauf bzw. Verkauf eines Hauses
Weitere Steuertipps für Haus und Grund


Noch Fragen?

Bitte haben Sie Verständnis, dass die steuerliche Thematik hier nur kurz angesprochen werden kann und dass möglicherweise individuelle Besonderheiten zu beachten sind.

Sollten Sie noch weitere Fragen haben, können Sie sich telefonisch an das Finanzamt wenden. Persönliche Auskünfte erhalten Sie auch im Servicezentrum des Finanzamts.

Ansprechpartner sind selbstverständlich auch die Angehörigen der steuerberatenden Berufe.

Pressemitteilung Bayr. Landesamt für Steuern vom 31.05.2012